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Wie weiter mit der Liegenschaft Brückenwaage/altes Gemeindehaus?

Der Gemeinderat macht sich schon seit Jahren immer wieder Gedanken, wie es mit der Liegenschaft Brückenwaage weiter gehen soll. Die Liegenschaft müsste seit längerer Zeit umfassend saniert werden, was nun die Möglichkeit bietet, die Parzelle mit Liegenschaft genauer zu betrachten. Die Parzelle ist heute nicht optimal ausgenutzt. Mit dem Kredo der Schweiz, ungenutztes Bauland in bestehenden Bebauungsstrukturen besser auszunutzen (innere Verdichtung), könnte auch hier Potential genutzt werden.

 Geschichtliches

Am 10. Dezember 1968 genehmigte die Gemeindeversammlung Thalheim einen Baukredit über CHF 440‘000 für den Bau einer Gemeindekanzlei. In diesem Gebäude wurden zusätzlich zwei 4 ½ Zimmer-Wohnung integriert. Das Aufrichtfest fand am 29. August 1969 statt und am 11. Januar 1971 genehmigte der Gemeinderat die Bauabrechnung über CHF 453‘757.45. Im Oktober 1973 musste das letzte Restaurant im Dorfteil Thalheim schliessen. Das Fehlen eines Restaurants machte sich im Dorf bemerkbar. Eine Umfrage im Jahr 1979 ergab, dass sich einige Einwohner/innen ein Dorfrestaurant wünschten. Aus finanziellen Gründen wurde dann der Standort beim bestehenden Gemeindehaus für einen Anbau in Betracht gezogen. Im Juni 1981 wurde in geheimer Abstimmung ein Baukredit über CHF 910‘000 bewilligt. Um die Zinskosten tief zu halten, wurde in der Bevölkerung nach zins-

günstigem Kapital gesucht und Zeichnungsscheine verteilt. Bei der Krediterteilung 1981

waren bereits CHF 18‘000 gezeichnet worden. Das Bauvorhaben konnte wegen Rekursen und der neuen BZO einige Jahre nicht realisiert werden. Am 11. Dezember 1985 musste der Gemeinderat einen Nachtragskredit über CHF 150‘000 beantragen. Auch diese Abstimmung war umstritten, wurde aber mit 68 Ja zu 54 Nein genehmigt. Von den Befürwortern des Restaurants wurden Anteilsscheine von rund CHF 100‘000 gezeichnet. Das Restaurant wurde dann 1986/1987 erstellt. Am 2. April 1987 konnte das Restaurant eröffnet werden. Die Baukosten beliefen sich auf insgesamt CHF 1‘198‘170. Im Jahr 2001 zog die Gemeindekanzlei ins ehemalige Schulhaus in Thalheim an der Thur. Die Gemeindekanzlei wurde als Büro vermietet.

 

 

Heutiger Zustand

Nach einer Nutzungsdauer von knapp 50 Jahren ist eine Gesamterneuerung unumgänglich geworden. Der energetische Zustand des Gebäudes ist mangelhaft. Ebenso müsste nach Einschätzung des Gemeinderates die Wohnungen erneuert werden. Bereits im Jahr 2011 wurde bei einer Beratung durch die «Energiezukunft Schweiz» festgestellt, dass bei einer energetischen Sanierung mit Kosten von rund einer halben Million Franken zu rechnen ist, die Gesamtsanierungskosten wurden auf rund 1 Million Franken geschätzt.

 

Sanierung der Liegenschaft

Der Gemeinderat liess die Liegenschaft im Jahr 2011 von der Zürcher Kantonalbank schätzen. Die ZKB schätzte den Wert der Liegenschaft auf rund 2.4 Mio. Franken. Für den Verkauf wurde aber der mutmassliche Unterhalts- und Erneuerungsbedarf über rund 1.1 Mio. Franken in Abzug gebracht.

Auch der Gemeinderat geht von einem grossen Sanierungsbedarf aus. So müssen die Wohnungen umfassend saniert werden, die Gebäudehülle ist zusätzlich zu dämmen zudem muss dringend eine neue Heizung eingebaut werden. Ebenso benötigt das Restaurant einige neue Apparaturen. Auch der Gemeinderat geht von Sanierungskosten von rund 1 Mio. Franken aus.

Die ZKB schreibt in ihrem Bericht, dass der Marktwert der Liegenschaft sowohl bei Bewirtschaftung auf Abbruch als auch bei umfassender Gesamterneuerung und Fortführung der heutigen Situation nahe am realisierbaren Landwert für eine Neuüberbauung liegt.

 

Abbruch der Liegenschaft - Neubebauung

Nach vorliegen der ZKB-Schätzung war für den Gemeinderat klar, dass auch ein Abbruch der Liegenschaft mit einer entsprechenden neuen Bebauung geprüft werden muss. Mit dieser Variante würde die Gemeinde das Gemeinderestaurant sowie zwei Wohnungen verlieren. Es ist davon auszugehen, dass mit einer Neuüberbauung entsprechender Ersatz wiederhergestellt werden müsste. Es würde aber auch die Möglichkeit bestehen, je nach Bedürfnis der Gemeinde, weitere Gemeinderäumlichkeiten zu bauen.

Für eine allfällige Neuüberbauung liess der Gemeinderat Projektstudien erarbeiten, die eine mögliche Überbauung der Parzelle aufzeigen sollen. Auch wurde die Möglichkeit geprüft, die Liegenschaft Brückenwaage stehen zu lassen und nur einen Neubau auf dem hinteren Teil der Liegenschaft zu realisieren.